Smartphones im Spotlight: Deichkind macht Schluss mit analogen Bühnenoutfits

28. Oktober 2016

Schräg, schräger, DEICHKIND. Sie sind die wohl abgefahrenste Elektropunkband Deutschlands und immer ganz vorne mit dabei, wenn es um skurrile Selbstinszenierung und futuristische Performance geht. Und natürlich brechen die kreativen Hamburger Musiker auch mit den gewohnten Bekleidungskonventionen: Aus Hunderten von Smartphones entstanden echte Hightech-Hingucker.

Deichkind_Header
Mobilfunktechnik live on Stage
 

Auf der Bühne gehören Leuchtdioden auf den Kopf, Müllsäcke an den Körper, Schlauchboote werden zum Stagediving-Gefährt – das kann nur Deichkind sein. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – auch, wenn es darum geht Smartphones in den Dresscode einzubauen. Der neuste Clou: Deichkind tauscht langweilige Bühnenoutfits gegen interaktive Smartphone-Elektroschrott-Sakkos. Zu sehen ist diese Styling-Neuheit auf der Bühne und im Video zu „So ne Musik“.  Die Sonderanfertigungen sind voll funktionsfähig. Dafür steht Stefan Hübner, offizieller Deichkind-Ingenieur, mit seinem Namen. Er und das Werkstatt-Team sind bei jedem Konzert mit von der Partie. Stefan Hübners Vorschlag, Smartphones auf die Bühne zu bringen, war eigentlich ein Witz – erst der Deichkind-Regisseur sorge dafür, dass aus Spaß Ernst wurde. Insgesamt 200 Smartphones mussten her. Technische Voraussetzungen: Die Smartphones sollten blinken, leuchten und ein zusammengesetztes Bild für Videosequenzen anzeigen.

 

 

Deichkind Smartphone Outfits

 

So weit, so gut. Ein WLAN-Netz auf einer Bühne einzurichten und mit 200 Smartphones zu verbinden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch impulsive Menschen kennen, wie wir aus sicherer Quelle wissen, keine Grenzen, erst recht kein Deichkind-Ingenieur. Die Lösung waren dann ausgeklügelte Netzwerkprotokolle, die auf den Smartphones gespeichert waren. Jetzt konnten den Smartphones auch die Orientierung, Position und der Bildausschnitt der Videos diktiert werden. Sicherheitsbrille an – und raus mit der Flex. Den Smartphone-Herstellern hätten sicherlich die Tränen in den Augen gestanden, hätten sie gesehen, wie Hübner mit dem Winkelschleifer auf die Telefone losgegangen ist. Irgendwann hielt der Kleber und die Smartphones konnten an den Sakkos fixiert werden. Bei Konzerten konnten die Fans ihren Idolen sogar Fotos auf die Smartphone-Sakkos schicken. Nun konnte die Show beginnen! Ob die neuen Raver-Westen demnächst in der Designabteilung von Aldi neben Jette Joop und Harald Glööckler zu kaufen sind, lässt die Band offen.

 

 

Deichkind

 

Das Herz auf der Zunge, die Pyramide auf dem Kopf

Eine weiteres Outfit-Highlight der sozialkritischen Discopunker aus Hamburg ist die leuchtende LED Kleidung, inkl. Pyramiden für den Kopf. Zu sehen sind diese auch im Video zu „Leider geil“. Auch hier legten die Jungs selbst Hand an. Die Platinen wurden mit Schaltplan gelötet und dann im Ofen gebrannt. Die Idee hatte damals ein Backstage-Gast in Würzburg, mittlerweile ist sie ein echter Klassiker geworden. Die LED Fashion, die von vielen Fans nachgebaut wurden, dürfen jetzt auf keinem Karnevalszug und keiner Bad-Taste-Party fehlen.

 

 

Bilder: http://www.deichkind.de/presse