Geht ins Ohr, bleibt unter der Haut: Soundwave macht dein Tattoo hörbar

2. Juni 2017

Tattoos sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Fernab der Arschgeweih-Zeiten, sind Tattoos heute so vielfältig wie nie zuvor. Das Soundwave-Tattoo bringt die Hautbilder auf die nächste Ebene: jetzt ist die Körperkunst sogar hörbar!

DJ legt auf

Tattoos sind für viele Menschen eine persönliche und einzigartige Erinnerung. In unserem Artikel über die Ink Hunter App haben wir dir bereits gezeigt, wie du mit deinem Lieblings-Tattoo aussiehst.

Du bist so weit und möchtest dir nun ein Motiv stechen lassen? Das geht jetzt sogar multimedial: Dank Soundwave kannst du dein Tattoo nicht mehr nur optisch bestaunen, sondern sogar anhören.

 

Stechen, scannen, hören

Das Prinzip von Skin Motion und den Soundwave-Tattoos ist relativ simpel. Jeder Ton, jeder Song, jedes Wort, jedes Lachen hat seinen eigenen digitalen Fingerabdruck – die sogenannte „Amplitude“ Wellenform. Das folgende Bild zeigt dir die Amplitude zu dem berühmten Zitat „I have a dream“ von Martin Luther King.

 

Mit Soundwave bringt der Tätowierer solch eine Amplitude unter deine Haut. Einmal gestochen, kannst du dein Wellenform-Motiv via Smartphone-App scannen. Die App spielt dann das passende Soundfile ab.  

 

Appgehört: Audio hochladen – Skin Motion macht den Rest

Willst du ein Soundwave-Tattoo haben, lädst du den Audioschnipsel via Website oder App hoch. Zum Beispiel die ersten Worte deines Kindes oder vielleicht eine Textzeile deines Lieblingssongs. Oder auch die letzten Worte eines geliebten Menschen. Das Skin-Motion-Team speist das Audiofile in die Datenbank und schickt dir ein Bild, mit einer tätowierbaren Wellenform.

 

Damit gehst du zu einem Soundwave-zertifizierten Stecher deines Vertrauens. Teil des Konzepts ist es nämlich auch, dass die Tätowierenden sich für dieses Verfahren qualifizieren. Um sich zu qualifizieren, kann sich (d)ein Tätowierer online bewerben. Voraussetzung ist eine eigene Website plus Social-Media-Kanäle (Facebook, Twitter) und ein einsehbares Portfolio. Anhand dieser Arbeitsproben soll überprüft werden, ob der Tätowierende das anvisierte Niveau halten kann und den Ansprüchen genügt.

 

Ist das Tattoo fertig, macht der Tätowierer ein Foto davon und schickt es zu Skin Motion. Dort wird es deiner Audiodatei zugeordnet. Auf diese Weise kannst nur du deine Audiodatei anhören.

 

Nate Siggard – der Mann hinter Skin Motion

Hinter Skin Motion und den Soundwave-Tattoos steckt Nate Siggard. Der Visual Artist lebt in Süd-Kalifornien und tobt sich seit Jahren in verschiedenen grafischen Disziplinen aus. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf den Tattoos. 2010 produzierte er diesbezüglich sogar eine Reihe von Lehr-DVDs. Die Idee für Skin Motion entstand – wie die besten Ideen oft – im Alltag. Für ein paar Freundinnen stach er eine Soundwave aus dem Song Tiny Dancer.

Seine Freundin warf anschließend ein, dass es toll wäre, wenn man das jetzt abhören könnte: so wurde die großartige Idee ins Leben gerufen. Nach einiger Überlegung veröffentlichte Nate den folgenden Selbstversuch auf Facebook.

 

 

Das Video ging viral, die Anfragen kamen, der Rest ist Geschichte.

 

Dein eigenes Soundwave-Tattoo

Ab Juni soll Skin Motion mit App und dem Tätowierer-Netzwerk an den Start gehen. Wenn du es nicht abwarten kannst, kannst du dich registrieren, um den Startschuss zeitnah zu erleben.

 

Auf der offiziellen Skin-Motion-Website weist Nate darauf hin, dass durch Weiterentwicklung der Technik, deine Soundwave-Tattoos auch noch in zehn Jahren und länger verfügbar sein werden. Aktuell arbeitet das Team daran, auch bereits gestochene Wellenformen abspielbar zu machen.

 

Wir sind neugierig: Soundwaves – Traum oder Alptraum für dich? Verrate uns in den Kommentaren deine Meinung.